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Schutzbereich der Stadtfeuerwehr Weiz

Atemschutzstudie

Die Atemschutzstudie - durchgeführt gemeinsam mit der Firma Dräger

Am 8.11.2004 wurde auf dem Gelände der Stadtfeuerwehr Weiz eine Studie über die Herz-Kreislaufbelastung von Atemschutzgeräteträgern durchgeführt. Besonderes geachtet wurde auf das Alter sowie die Fitness des Geräteträgers, und auch der direkte Vergleich von Brandcontainer und Atemschutzübungsstrecke war ein wichtiger Punkt der Studie.

In der Zeit zwischen 14:00 und 18:00 Uhr wurden vier Einsätze im Brandcontainer durchgeführt, jeweils von Trupps mit 3 bis 4 Mann, insgesamt nahmen 13 Mann teil.

Geübt wurde mit dem Brandcontainer der Firma Safety&Fire bzw. auf der hauseigenen Atemschutzstrecke der Feuerwehr Weiz.


Der Brandübungscontainer auf dem Parkplatz
der FF Weiz


Die Atemschutzteststrecke
der Stadtfeuerwehr Weiz

Die Ergebnisse:

Die vertikale Länge der Balken repräsentiert die Anzahl der Pulsschläge pro Minute, in der Horizontalen sind die verschiedenen Belastungsfälle aufgetragen.
Die submaximale Pulsgrenze errechnet sich über das Alter der Testperson: Von einer Grundfrequenz von 200 Schlägen/min zieht man das Alter der Person ab. Bei über 40-jährigen beträgt sie automatisch immer 150 Schläge/min.

Wie aus dem Diagramm klar erkennbar ist, ist die durchschnittliche Belastung bei über 40-jährigen bereits deutlich höher als bei den jüngeren Kameraden. Durch die gesunkene submaximale Pulsgrenze liegt sowohl die Belastung im Brandcontainer wie auch die auf der Atemschutzstrecke deutlich über dem Grenzwert.

Bei den Maximalbelastungen zeigt sich ein stark ähnliches Bild, auch hier überschreiten ältere Kameraden den Grenzwert deutlich.

An diesem Diagramm lässt sich der Luftverbrauch der Atemschutzgeräteträger ablesen, vor allem im Brandcontainer benötigen junge Angriffstrupps etwas mehr Luft als ältere. Der recht deutliche Unterschied zwischen Brandcontainer und Atemschutzstrecke resultiert aus den unterschiedlichen Beanspruchungen, die auf die Feuerwehrmänner einwirken. Ist es im Brandcontainer hauptsächlich die Hitze, welche die Kameraden ins Schwitzen bringt, müssen auf der ATS-Strecke schwere körperliche Anstrengungen überwunden werden.

Hier sieht man den Pulsverlauf eines fitten Kameraden, schon beim Einstieg hat er im Vergleich zur anderen Testperson einen relativ niedrigen Puls um die 90 Schläge/min. Bei dem unvorhergesehenen Ereignis einer Rückzündung des Gasflaschenbrandes erhöht sich sein Puls zwar über den Grenzwert, er erholt sich aber relativ schnell wieder und kann die Übung problemlos fortsetzen.

Anders sieht es hier aus, schon beim Einstieg beträgt die Herzfrequenz an die 120 Schläge/min, und sie steigt während der Übung mehr oder weniger kontinuierlich an. Nach dem Flash Over schafft es die Testperson nicht mehr sich zu regenierieren, sie verlässt den Container erschöpft mit stark überhöhtem Puls.

Resümee

Die Herz-Kreislaufbelastung der Atemschutzgeräteträger liegt oftmals weit über den allgemein zulässigen Werten, nur trainierte Feuerwehrmänner überstehen eine solche Belastung ohne ein gesundheitliches Risiko. Das besonders gefährliche daran ist, dass diese extreme Herz-Kreislaufbelastung von den Betroffenen rein subjektiv als solche nicht wahrgenommen und daher auch nicht ernst genommen wird.

Die Stadtfeuerwehr Weiz bedankt sich herzlich bei der Volksbank Weiz, die durch ihre großzügige Spende diese Studie erst möglich gemacht hat!